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Fachärztliche Grundversorgung

BVNF fordert mehr Einsatz von der KBV

04.09.2017
BVNF-Sprecher Wolfgang Bärtl (l.) und BVNF-Vorsitzende Ilka Enger. Foto: © BVNF

Der Bundesverband niedergelassener Fachärzte (BVNF) fordert von der Kassenärztlichen Bundesvereinigung (KBV) mehr Einsatz für die fachärztliche Grundversorgung. Die Entbudgetierung solle angesichts alarmierender Zahlen aus der Versichertenbefragung zentral bei den aktuellen Honorarverhandlungen sein.

Feste und angemessene Preise für die Grundleistungen sind nach Meinung des fachärztlichen Unternehmerverbandes eine unerlässliche strukturpolitische Maßnahme.

Bei den laufenden Honorarverhandlungen zwischen der KBV und den Kassen (GKV) fordert der BVNF die verantwortlichen Verhandlungsführer der KBV und der Kassen auf, die unaufhaltsam zurollende Versorgungslücke in der fachärztlichen Grundversorgung endlich mit wirksamen honorarpolitischen Maßnahmen zu stoppen. „Der Ball liegt eindeutig im Feld der gemeinsamen Selbstverwaltungen von Ärzten und Kassen“, mahnt BVNF-Sprecher und in eigener Praxis niedergelassenen Orthopäde Dr. Wolfgang Bärtl aus Neumarkt/Opf. Die Budgetierung mit ihrer unzureichenden Honorierung seien Hauptgrund für die bereits bestehenden und rapide zunehmenden fachärztlichen Versorgungslücken in den strukturschwachen Regionen aber auch sozialen Brennpunkten wie das Neubauer-Gutachten wissenschaftlich eindeutig analysiert.

Der kontinuierlich anwachsende und äußerst besorgniserregende Investitionsstau in den Praxen von durchschnittlich jährlich über 15.000 Euro sei ein Ausdruck der Verunsicherung in den Praxen der fachärztlichen Grundversorger und Spiegelbild des mangelnden Vertrauens und einer Honorarunsicherheit gerade in der fachärztlichen Grundversorgung, wie das Zentralinstitut der KBV (ZI) selbst aktuell mit Zahlen bestätige, so der BVNF.

Dem stehe laut KBV-Versichertenbefragung die von Patienten „bereits schmerzlich empfundene Lücke in der fachärztlicher Grundversorgung gegenüber. Während immerhin 75 Prozent der Versicherten zwar mit der hausärztlichen Versorgung zufrieden seien, sehen bei der fachärztlichen Versorgung vor Ort inzwischen knapp die Hälfte der Patienten Lücken.“

„Diese Zahlen spiegeln die wahren Defizite in der Versorgung wieder“, streicht Ilka Enger, Vorsitzende des BVNF, die zunehmende Bedeutung der fachärztlichen Versorgung vor Ort in der Wahrnehmung der Patienten heraus.

Alle bisherigen Versuche, wie Terminservicestellen, Verschärfung der Aufkaufregeln, verschiedenste finanzielle, aber nur kurz greifende, Lockangebote zur Niederlassung haben definitiv versagt. Es liegt nun an der KV und den Kassen, über eine nachhaltige feste und angemessene Vergütung der Grundleistungen die wohnortnahe fachärztliche Versorgung zu sichern. „Angesichts der 17,5 Mrd. Überschuss der Kassen und der überfällig zu korrigierenden Verwerfungen in der Honorarverteilung der KVen dürfte das kein Hexenwerk sein“ fordert Ilka Enger von der KBV „endlich Taten statt gegenseitiger Schuldzuweisungen“.

 

BVNF-Sprecher Wolfgang Bärtl (l.) und BVNF-Vorsitzende Ilka Enger. Foto: © BVNF