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Preisverleihung im HDZ NRW

Stephanie Nobis ist Heinrich-Sauer-Preisträgerin 2014

14.11.2014
Preisträgerin Stephanie Nobis (Mitte) mit (v.l.) Helke Nolte-Ernsting, Stadt Bad Oeynhausen, Prof. Dr. Dr. h.c. Diethelm Tschöpe, Dr. Dr. Wulf Quester, Prof. Dr. Rüdiger Petzoldt. Foto: Armin Kühn

Mit dem Heinrich-Sauer-Preis 2014 verleiht das Diabeteszentrum im Herz- und Diabeteszentrum NRW (HDZ NRW), Bad Oeynhausen, zum dritten Mal in Folge die jährliche Auszeichnung für eine herausragende Forschungsarbeit auf dem Gebiet der Stoffwechselmedizin.

Der mit 2.500 Euro dotierte Preis geht in diesem Jahr an Stephanie Nobis von der Leuphana Universität Lüneburg.
 
Diabetiker haben ein doppelt erhöhtes Risiko, an einer Depression zu erkranken. Jeder fünfte Patient hat depressive Beschwerden, jeder achte Patient leidet an einer schweren Depression. Online-Trainingsprogramme können dabei helfen, die Symptome frühzeitig zu erkennen und Beschwerden zu lindern. Zudem überbrücken sie die oft langen Wartezeiten auf eine psychotherapeutische Behandlung.
 
„In Ländern wie Australien ist die ärztliche Verordnung von Online-Gesundheitsprogrammen schon Standard“, sagt Stephanie Nobis. „Aber auch in Deutschland bewähren sich zunehmend solche Angebote, die Anzahl der Nutzer steigt.“ Das von ihr entwickelte Selbsthilfeprogramm mit sechs Lektionen basiert auf bewährten Methoden der Verhaltenstherapie und hat das Ziel, die Betroffenen bei der Problemlösung zu unterstützen. Das Online-Training stellt eine Verbesserung in der Versorgung von Patienten mit Diabetes und depressiven Beschwerden dar, die keinen orts- oder zeitnahen Zugriff auf eine Psychotherapie haben oder diese aus persönlichen Gründen nicht wünschen.
 
In ihrer Forschungsarbeit konnte  Nobis die Wirksamkeit des internetbasierten Online-Programms bei 260 Personen mit Typ-1 -und Typ-2-Diabetes nachweisen. Sie hat gezeigt, dass mit dem Training depressive Beschwerden und diabetesbezogene Belastungen deutlich reduziert werden.
 
Das innovative Konzept, ein Trainingsprogramm per Internet effektiv und flächendeckend einer großen Zahl von Betroffenen zur Verfügung zu stellen, fand daher die Zustimmung der Jury, die aus Prof. Diethelm Tschöpe (Direktor Diabeteszentrum im HDZ NRW),  Prof. Rüdiger Petzoldt (ehemaliger Direktor) und Dr. Wulf Quester (Leitender Oberarzt) besteht.
 
Nobis ist Doktorandin an der Leuphana Universität Lüneburg. Sie ist Mitglied im Inkubator Kompetenztandem GesundheitsTraining.Online (GET.ON) und beschäftigt sich nach ihrem Masterstudium Medizin-Management mit der Entwicklung und Evaluation von Online-Programmen für Menschen mit psychischen Erkrankungen.
 
Der Wissenschaftspreis wird jährlich unmittelbar vor dem Weltdiabetestag am 14. November vom Herz- und Diabeteszentrum NRW vergeben. Er ist dem Gründer der ehemaligen Diabetesklinik in Bad Oeynhausen, Prof. Heinrich Sauer, gewidmet. Sauer zählt zu den Wegbereitern der modernen Diabetestherapie. Der renommierte Mediziner hat auch die Gründung und Inbetriebnahme des Herzzentrums begleitet und war bis 1985 Chefarzt der Diabetologie.
 

Preisträgerin Stephanie Nobis (Mitte) mit (v.l.) Helke Nolte-Ernsting, Stadt Bad Oeynhausen, Prof. Dr. Dr. h.c. Diethelm Tschöpe, Dr. Dr. Wulf Quester, Prof. Dr. Rüdiger Petzoldt. Foto: Armin Kühn