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Universitätsklinikum Frankfurt

Vier erfolgreiche Transplantationen in 24 Stunden

01.09.2017
Foto: © horizont21, Fotolia.com
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Am Universitätsklinikum Frankfurt wurden an einem Tag vier Nieren transplantiert. Jetzt steht fest: Alle Patienten haben ihre neuen Organe gut angenommen.

Das Transplantationszentrum des Universitätsklinikums Frankfurt hat am 20. Juli einen besonderen Tag erlebt. Neben einer geplanten Lebendnierenspende haben drei weitere Patienten des Klinikums von der zentralen Vergabeorganisation Eurotransplant kurzfristig Nieren zugeteilt bekommen. „Vier Nierentransplantationen innerhalb von 24 Stunden sind auch hier eine absolute Besonderheit – dennoch ist das Transplantationszentrum auch für einen solchen Tag gewappnet“, so Prof. Wolf Bechstein, Direktor der Klinik für Allgemein- und Viszeralchirurgie und Leiter des Transplantationszentrums. „Für die Patienten ist ein solcher Eingriff ein sehr besonderes, mit vielen Ängsten und Hoffnungen verbundenes Ereignis. Unser großes interdisziplinäres Team hat jedoch alle Eingriffe routiniert und professionell durchgeführt. Heute können wir sagen, dass alle Operationen erfolgreich verlaufen sind und die neuen Nieren gut funktionieren“, erklärt Prof. Ingeborg Hauser, Leiterin Nierentransplantation. 

Ein ereignisreicher Tag für die Mitarbeiter, ein lebensverändernder Tag für die Patienten

Der Tag begann mit einer Multiorganentnahme in einem hessischen Krankenhaus. Zwei Chirurgen des Frankfurter Universitätsklinikums hatten in dieser Nacht Bereitschaftsdienst für die Deutsche Stiftung Organtransplantation (DSO). Die DSO ist eine Koordinierungsstelle für postmortale Organspenden in Deutschland. Während eines Bereitschaftsdienstes fahren die Mediziner im Bedarfsfall zur Organentnahme eines hirntoten Patienten in das Krankenhaus, in dem der Patient sich befindet – unabhängig davon, wo und von wem die Organe letztendlich transplantiert werden. Die zentrale Vergabestelle Eurotransplant prüft die von der DSO übermittelten Daten und vergibt anschließend das Organ nach festgelegten Regeln. Abschließend prüfen die Mediziner des transplantierenden Krankenhauses noch einmal die Eignung des Organs für den spezifischen Empfänger.

In diesem Fall fuhren die beiden Frankfurter Chirurgen kurzfristig zum auswärtigen Krankenhaus, um die Organe zu entnehmen. Eurotransplant entschied dann im Anschluss – unabhängig von der Herkunft des Entnahmeteams –, dass zwei Patienten am Universitätsklinikum die Nieren erhalten sollten: Eine Patientin, die seit fünf Monaten dialysepflichtig ist, wurde umgehend einbestellt und von einem Ärzteteam der Nephrologie für die Transplantation vorbereitet. „Zwölf Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter standen insgesamt 295 Minuten am Operationstisch“, so PD Dr. Guido Woeste, Oberarzt der Klinik für Allgemein- und Viszeralchirurgie. Die zweite Niere erhielt ein Mann, der neun Jahre zur Dialyse ging – eine mittlerweile durchschnittliche Wartezeit für Nierenempfänger. Er war sehr froh, dass ihm endlich ein Organ angeboten wurde. Noch bevor die beiden Patienten mit ihrer jeweils neuen Niere aufwachten, wurde einem weiteren Patienten des Universitätsklinikums, der seit 2013 regelmäßig zur Dialyse muss, auch ein Organ zugeteilt. Die Operateure führten diesen Eingriff ebenfalls erfolgreich durch und das Organ nahm sofort seine Funktion auf. Parallel zu den drei Transplantationen fand im benachbarten Operationssaal eine geplante Lebendnierenspende statt: Eine Mutter spendete ihrem Sohn eine ihrer beiden Nieren. Auch diese beiden Operationen verliefen wie gewünscht.

42 Menschen, 1.366 Minuten, 24 Stunden, vier Nieren

„Wir danken allen Beteiligten für ihren großartigen Einsatz, ohne den das nicht möglich gewesen wäre. Für das gesamte Team war das ein besonders ereignisreicher Tag, für unsere Patienten war er lebensverändernd. Denn für sie bedeutet die neue Niere eine weitreichende Verbesserung des gesundheitlichen Zustands, viel geringere Einschränkungen – und unter Umständen hat ihnen die Transplantation sogar das Leben gerettet“, betont Prof. Helmut Geiger, Leiter des Funktionsbereichs Nephrologie.

Insgesamt 42 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter des Universitätsklinikums standen an diesem ungewöhnlichen Tag im Transplantations-OP: Operateure und Assistenten, Instrumentierende und Springer der OP-Pflege sowie Anästhesisten und Mitarbeiter der Anästhesiepflege. 1.366 Minuten beträgt die addierte Gesamtzeit, die die Transplantationspatienten im OP verbrachten: von ihrer Einschleusung in den OP-Bereich bis zur Ausschleusung in den Aufwachraum. Auch die Nephrologen und das Pflegeteam der Transplantationsstation sowie die Dialyseabteilung waren rund um die Uhr beschäftigt – zunächst mit der Vorbereitung und anschließend mit dem postoperativen Monitoring der Patienten. 

Es war ein Tag, an dem es schnell gehen muss und Vieles parallel geschieht. Das interdisziplinäre Transplantationsteam ist gerade an solchen Tagen darauf angewiesen, dass alle Arbeitsschritte reibungslos ablaufen und die verschiedenen Akteure Hand in Hand zusammenarbeiten. Um sicherzustellen, dass im OP alles nach Plan verläuft, sind vor und nach den Eingriffen zahlreiche weitere Akteure involviert. Dazu gehören die Ärzte und Medizinisch-technischen Assistenten des Blutspendedienstes, das Transplantationsbüro, die Mitarbeiter des Transportdienstes, der Reinigungsdienst und die Mitarbeiter der Radiologie. „Sie alle haben zu diesem sehr erfolgreichen Tag beigetragen“, so Prof. Geiger.
 

Foto: © horizont21, Fotolia.com