Anzeige
Anzeige
Wahljahr 2017

DGPPN veröffentlicht Forderungen zur Bundestagswahl

14.02.2017
Foto: © Lydia Geissler - Fotolia.com

Mit Blick auf die kommende Bundestagswahl bezieht die DGPPN in einem neuen Forderungskatalog Stellung zu den dringendsten Handlungsfeldern auf dem Gebiet der psychischen Gesundheit. Sie appelliert an die Parteien, die Bedürfnisse von Menschen mit psychischen Erkrankungen stärker in den Fokus zu rücken und in ihre Wahlprogramme aufzunehmen.

Nach Einschätzung der Deutschen Gesellschaft für Psychiatrie und Psychotherapie, Psychosomatik und Nervenheilkunde e. V. (DGPPN) gehören psychische Erkrankungen in Deutschland längst zu den Volkskrankheiten und sind zu einer der größten Herausforderungen für die Gesellschaft geworden. Mehr als 27 Prozent der Erwachsenen sind innerhalb eines Jahres betroffen, bei den Ursachen für Krankschreibungen und frühzeitige Berentungen stehen sie ganz vorne. „Depressionen, Angststörungen und die vielen anderen psychischen Leiden wirken sich bei den betroffenen Menschen häufig auf fast alle Lebensbereiche aus – auf die Familien, die Partnerschaft, das soziale Umfeld und die Arbeit. Hinzu kommt, dass die Krankheitsepisoden bei vielen psychischen Störungen oftmals sehr lange dauern und ohne adäquate Behandlung zur Chronifizierung neigen und häufig wiederkehren“, stellte DGPPN-Präsident Prof. Arno Deister aus Itzehoe fest.

Gesundheits- und Sozialwesen seien auf diese Herausforderung nicht ausreichend vorbereitet. Zwar habe es in den vergangenen Jahrzehnten enorme Fortschritte in der Versorgung von Menschen mit psychischen Erkrankungen gegeben, trotzdem bestehe dringender Handlungsbedarf, mahnte die Fachgesellschaft. Forschung, Prävention, Behandlung und Teilhabe sind die vier zentralen Felder, auf welchen die Politik aus Sicht der DGPPN aktiv werden muss, damit die Betroffenen und deren Angehörigen die Hilfe und Unterstützung erhalten, die sie so dringend benötigen.

„Ganz wichtig ist, dass wir in Deutschland die strukturelle Forschungsförderung weiter verstärken und ein Deutsches Zentrum für psychische Erkrankungen (DZP) einrichten. Gleichzeitig gilt es, die notwendigen Strukturen zu schaffen, damit Prävention, Behandlung und Rehabilitation ambulant und stationär so ineinander greifen, dass wir Menschen mit psychischen Erkrankungen frühzeitig ausreichend behandeln und ihre Teilhabe am gesellschaftlichen Leben sichern können. Insgesamt müssen psychische Erkrankungen noch stärker in den Fokus von Gesundheitspolitik und Selbstverwaltung rücken“, sagte Deister.

Der komplette Forderungskatalog der DGPPN zur Bundestagswahl 2017 ist auf der Internetseite der Fachgesellschaft veröffentlicht. In den kommenden Wochen wird die DGPPN mit den Vertretern der politischen Parteien in Kontakt treten, um sich über die notwendigen Verbesserungen in der Versorgung von Menschen mit psychischen Erkrankungen auszutauschen.
 

Foto: © Lydia Geissler - Fotolia.com