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Psychische Erkrankungen

"Jetzt die richtigen Weichen stellen"

21.06.2017
Foto: © Glaser - Fotolia.com

Anlässlich der Eröffnung des Hauptstadtkongresses in Berlin und der bevorstehenden Bundestagswahl hat DGPPN-Präsident Prof. Arno Deister die Spitzenvertreter der Gesundheitspolitik, der Verwaltung und der Kostenträger aufgefordert, die richtigen Weichen zu stellen.

Angesichts der bevorstehenden Bundestagswahl im September stehen gesundheitspolitische Themen ganz oben auf dem Programm des Hauptstadtkongresses Medizin und Gesundheit. Großen Handlungsbedarf sieht die Deutsche Gesellschaft für Psychiatrie und Psychotherapie, Psychosomatik und Nervenheilkunde (DGPPN) vor allem im Bereich der psychischen Gesundheit. DGPPN-Präsident Prof. Arno Deister forderte die Spitzenvertreter der Gesundheitspolitik, der Verwaltung und der Kostenträger deshalb auf, jetzt die richtigen Weichen zu stellen.

„Knapp 17,8 Millionen Erwachsene erkranken in Deutschland jedes Jahr an einer psychischen Störung. Das entspricht der Einwohnerzahl Nordrhein-Westfalens. Diese Zahl macht deutlich, welch enorme Bedeutung Depressionen, Angststörungen und die vielen weiteren psychischen Krankheitsbilder für die Gesellschaft haben. Sie sind nicht nur einschneidend für das Leben der Betroffenen und deren Angehörigen, sie verursachen mehr als 35 Milliarden Euro direkte Kosten. Gleichzeitig stehen sie bei den Arbeitsunfähigkeitstagen und Frühberentungen an vorderster Stelle", erklärte Deister.

Gesundheits- und Sozialwesen hätten auf diese Herausforderungen noch keine zukunftsfähigen Antworten. Die Versorgung von Menschen mit psychischen Erkrankungen habe in den vergangenen Jahren zwar große Fortschritte gemacht, trotzdem bestehe großer Handlungsbedarf. Damit die Betroffenen auch in Zukunft passgenaue Hilfen erhalten, müsse die Politik jetzt in den Bereichen Forschung, Prävention, Behandlung und Teilhabe Farbe bekennen und die psychische Gesundheit zu einem Schwerpunkt in ihren Wahlprogrammen machen, forderte der DGPPN-Präsident.

"Auf dem Hauptstadtkongress in Berlin treffen die verschiedenen Akteure aufeinander und können gleich den richtigen Weg einschlagen. Die strukturelle Förderung für die psychiatrisch-psychotherapeutische Forschung muss zum Beispiel weiter ausgebaut werden. Neben der Fortführung der Forschungsnetze braucht Deutschland ein vernetztes Zentrum für psychische Erkrankungen (DZP) mit mehreren kompetitiv ausgeschriebenen Standorten", erklärte Deister weiter. Gleichzeitig gelte es, die notwendigen Rahmenbedingungen zu schaffen, damit Prävention, Behandlung und Rehabilitation ambulant und stationär so zusammenspielen, dass Menschen mit psychischen Erkrankungen frühzeitig bestmöglich behandelt und ihre Teilhabe am gesellschaftlichen Leben gesichert werden könne.
 

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