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Förderpreise der RG

Bonner Nachwuchswissenschaftler ausgezeichnet

09.08.2017
Dr. Maximilian Pfau erhielt den Dr.-Werner-Jackstädt-Nachwuchspreis und Dr. Johanna Meyer den Dr.-Gaide-AMD-Preis der RG. Fotos: Universitäts-Augenklinik Bonn

Zwei Nachwuchswissenschaftler der Universitäts-Augenklinik Bonn sind während des Jahreskongresses der Deutschen Retinologischen Gesellschaft (RG) mit Förderpreisen ausgezeichnet worden.

Dr. Maximilian Pfau wurde mit dem Dr.-Werner-Jackstädt-Nachwuchspreis (Dotierung: 10.000 €) für den Projektantrag „Standardisierte-individualisierte Fundus-kontrollierte Perimetrie“ ausgezeichnet Dieses klinisch-wissenschaftliche Projekt zielt auf die Etablierung innovativer Methoden zur Testung der ortsaufgelösten retinalen Sensitivität bei Erkrankungen der Netzhautmitte (Makula).
Dr. rer. nat. Dipl. Biol. Johanna Meyer erhielt den ebenfalls mit 10.000 Euro dotierten Dr.-Gaide-AMD-Preis für ihr Projekt zur detailgenauen Charakterisierung der Gefäßneubildung der Aderhaut im Tiermodell mittels hochauflösender innovativer Netzhautbildgebung.

Dr. Pfau ist als Assistenzarzt an der Universitäts-Augenklinik Bonn tätig. Sein wissenschaftlicher Schwerpunkt ist die Struktur-Funktionskorrelation bei Netzhauterkrankungen. In diesem Kontext bietet die „Zwei-Farben-Fundus-kontrollierte Perimetrie“ die Möglichkeit einer genauen räumlichen Analyse von lokaler Netzhautfunktion zu umschriebenen strukturellen Veränderungen. Bei dieser nicht invasiven Untersuchungsmethode handelt es sich um die ortsaufgelöste Messung der Netzhautfunktion unter gleichzeitiger Kontrolle von Augenbewegungen und der Fixation. Kürzlich ist es durch Geräteweiterentwicklungen gelungen, dieses Verfahren zu verfeinern, um noch genauer die Funktionen verschiedener Sehzellklassen, das heißt Zapfen und Stäbchen, zu analysieren. Allerdings bieten die bisher verwendeten standardisierten Testgitter der Fundus-kontrollierten Perimetrie nur eine geringe Auflösung in Krankheits-relevanten Bereichen aufgrund individuell unterschiedlicher Ausprägung von Makulaerkrankungen.
Die Fördergelder des Dr.-Werner-Jackstädt-Nachwuchspreises der RG wurden für die Durchführung einer klinischen Studie an 50 Patienten mit atrophischen Makulaerkrankungen bewilligt. Geplant sind aufwändige Untersuchungen mittels innovativer hochauflösender Netzhaut-Bildgebung in Kombination mit der Zwei-Farben-Fundus-kontrollierten Perimetrie. Durch die Generierung von individualisierten Testgittern soll eine präzise örtliche Auflösung in Krankheits-relevanten Bereichen wie der Atrophiezone und deren Randbereich erreicht werden, um differenziell Stäbchen- und Zapfenfunktion, das heißt verschiedene Sehzellklassen, zu untersuchen. Diese detaillierte Struktur-Funktionskorrelation könnte wichtige Beiträge zum Verständnis der funktionellen Bedeutung der Krankheitsmanifestation und deren Progression bei verschiedenen Makulaerkrankungen leisten, insbesondere auch in der Anwendung als Biomarker im Rahmen von klinischen Studien, um die Relevanz von Therapieeffekten besser beurteilen zu können.

Dr. Meyer ist als Postdoc im tierexperimentellen Imaging-Labor an der Universitäts-Augenklinik Bonn tätig. Ihr wissenschaftlicher Schwerpunkt sind hochauflösende bildgebende Verfahren zur verbesserten Diagnostik und Therapiesteuerung bei Netzhauterkrankungen.
Im Rahmen der Förderung des Dr.-Gaide-AMD-Preises ist nun geplant, das konventionelle diagnostische Verfahren der Fluoreszein-Angiografie mit der nicht invasiven optischen Kohärenztomografie Angiografie (OCT-A) im Hinblick auf die Darstellung und Analyse der Gefäßneubildung systematisch zu vergleichen. Dabei sollen nicht nur die Entstehung und Progression von krankhaften Veränderungen, sondern auch Effekte nach pharmakologischer Intervention analysiert werden, um unter anderem zu prüfen, ob die räumliche Ausdehnung und Quantifizierung sowie Therapieeffekte durch die OCT-A möglicherweise präziser und früher zu Darstellung kommen und diese das Potenzial besitzt, die invasive und zeitaufwändige Fluoreszenz-Angiografie zumindest teilweise im klinischen Alltag zu ersetzen.
Besondere klinische Relevanz bietet der Ansatz dadurch, dass neovaskuläre Netzhauterkrankungen zu den häufigsten Ursachen für Erblindung und höhergradige Sehbehinderung in den Industrienationen zählen, für die zum Teil in den letzten Jahren auch neue therapeutische Verfahren etabliert werden konnten.
 

Dr. Maximilian Pfau erhielt den Dr.-Werner-Jackstädt-Nachwuchspreis und Dr. Johanna Meyer den Dr.-Gaide-AMD-Preis der RG. Fotos: Universitäts-Augenklinik Bonn