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Weltglaukomwoche

Früh erkannt - Gefahr gebannt

09.03.2015
An der Spaltlampe kann der Augenarzt beim Sehnerv-Check frühe Veränderungen erkennen, noch bevor der Patient Gesichtsfeldausfälle bemerkt. Foto: BVA/Krzizok

Früherkennung ist die beste Waffe im Kampf gegen die häufigste Ursache irreversibler Blindheit weltweit.

Das Glaukom hat nach Angaben der Weltgesundheitsorganisation weltweit neun Millionen Menschen das Augenlicht geraubt. Bei 90 Prozent der Betroffenen hätte sich die Erblindung vermeiden lassen, wäre die Krankheit rechtzeitig erkannt und behandelt worden. Darauf macht jetzt der Berufsverband der Augenärzte Deutschlands (BVA) anlässlich der Weltglaukomwoche (bis 14.03.) aufmerksam.

Ursachen für ein erhöhtes Glaukomrisiko
Der BVA rät insbesondere Patienten, die ein erhöhtes Glaukomrisiko aufweisen, regelmäßig die Chancen der Früherkennung zu nutzen. Denn das Glaukom verläuft oft über Jahre hinweg schleichend und symptomfrei. Wenn Patienten selbst bemerken, dass etwas mit ihren Augen nicht stimmt, ist der größte Teil des Sehnervs schon unwiederbringlich zerstört. Familiäre Veranlagung, Kurzsichtigkeit und Alter gehören zu diesen Risikofaktoren. „Wenn also bei den Eltern oder bei Geschwistern ein Glaukom bekannt ist, wenn man kurzsichtig ist und generell wenn man älter als 40 Jahre ist, ist die Glaukomfrüherkennung eine sinnvolle Untersuchung“, erläutert Glaukomexperte Prof. Franz Grehn.
 
50 Prozent der Betroffenen wissen nicht, dass sie erkrankt sind
Beim Glaukom sterben die Fasern des Sehnervs allmählich ab. In den meisten Fällen spüren die Betroffenen nichts, die Krankheit verläuft schmerzfrei. Die Folge ist ein von den Rändern des Gesichtsfeldes langsam zum Zentrum hin fortschreitender Verlust des Sehvermögens. Die zentrale Sehschärfe bleibt zunächst erhalten. Weil beginnende Ausfälle anfangs durch das Gehirn ausgeglichen werden, bemerken die Patienten lange nichts. Etwa 50 Prozent der Betroffenen wissen deshalb nicht, dass sie an dieser gefährlichen Augenkrankheit leiden.
Der Sehnerv-Check in der Augenarztpraxis, so betont der BVA, bietedie Chance, ein Glaukom schon in einem frühen Stadium zu entdecken, noch bevor es zu Ausfällen im Gesichtsfeld gekommen sei. Der Augenarzt untersucht dabei mit geschultem Blick durch die Spaltlampe den Sehnervenkopf und misst den Augeninnendruck - ein wichtiger Risikofaktor für das Entstehen eines Glaukoms.
 
Wenn ein Glaukom erkannt ist, kann es mit Augentropfen oder auch mit einer Laserbehandlung oder einem chirurgischen Eingriff behandelt werden. Ziel ist dabei die Senkung des Augeninnendruckes. So wird der Sehnerv entlastet und eine weitere Schädigung lässt sich vermeiden. Das Sehvermögen wird langfristig bewahrt.

Weltweite Aufklärungsaktion
Die Spezialisten der World Glaucoma Association und der Patientenorganisation World Glaucoma Patient Association rufen nunmehr zum siebten Mal weltweit zur Aufklärung auf. Die Weltglaukomwoche, die gestern startete, findet noch bis zum 14. März statt. Ihr Ziel ist es, die Früherkennung zu stärken, damit weniger Menschen wegen eines Glaukoms ihr Augenlicht verlieren.
 

Informationen zur Weltglaukomwoche: www.wgweek.net


 
 

An der Spaltlampe kann der Augenarzt beim Sehnerv-Check frühe Veränderungen erkennen, noch bevor der Patient Gesichtsfeldausfälle bemerkt. Foto: BVA/Krzizok