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DKOU 2013

Die optimale Versorgung bei Jung und Alt

22.10.2013
Die drei Kongresspräsidenten auf der Eröffnungspressekonferenz, v.l.: Karl-Dieter Heller, Reinhard Hoffmann, Bernd Kladny (Bild: Biermann Medizin).

Am heutigen Vormittag eröffneten die Präsidenten den Deutschen Kongress für Orthopädie und Unfallchirurgie vor Vertretern der Medien. Für die kommenden Tage erwarten die Verantwortlichen rund 11.000 Besucher in der Berliner Messe.

Vor welchen Herausforderungen Orthopäden und Unfallchirurgen täglich stehen, macht sich beispielsweise an der Versorgung von Brüchen im Alter bemerkbar: Etwa 160 000 Menschen jährlich erleiden eine Schenkelhalsfraktur in Folge eines Sturzes. Allein diese Unfälle belasten das Gesundheitssystem Jahr für Jahr mit direkten Kosten von etwa 2,5 Milliarden Euro. Doch die Akutversorgung ist nur ein Teil des Problems. „Ein Drittel der Betroffenen leidet nach einem Knochenbruch auch unter persönlichen wie sozialen Einschränkungen, findet nicht mehr in sein Wohnumfeld zurück und ist auf ein Pflegeheim angewiesen. Ein weiteres Drittel stirbt sogar an den Folgen“, erklärt Prof. Reinhard Hoffmann, Präsident der Deutschen
Gesellschaft für Unfallchirurgie (DGU).

Viele durchlaufen einen Teufelskreis mit Osteoporose, Muskelabbau, Kreislauf-Problemen und kognitiven Einschränkungen und verlieren dadurch soziale Kontakte. „Es ist daher nicht nur von enormer volkswirtschaftlicher Bedeutung, sondern auch für den betroffenen Patienten besonders wichtig, dass der medizinischen Notfallversorgung eine Nachbehandlung, einschließlich der Rehabilitation zur Wiederherstellung der Selbstständigkeit, folgt“, mahnt Prof. Bernd Kladny, Präsident der Deutschen Gesellschaft für Orthopädie und Orthopädische Chirurgie (DGOOC). Daher liegt ein Schwerpunkt des diesjährigen DKOU auf geeigneten Präventions-, Therapie- und Nachsorgemaßnahmen für ältere Patienten.

Außerdem tauschen sich Orthopäden und Unfallchirurgen auf dem Kongress auch über die Entwicklung der Endoprothesenversorgung in Deutschland aus. „Die Endoprothetik gehört zu den erfolgreichsten operativen Eingriffen der vergangenen Jahrzehnte“, so Prof. Karl-Dieter Heller, Vorstandsmitglied des Berufsverbandes der Fachärzte für Orthopädie und Unfallchirurgie e.V. (BVOU). Dank der Fortschritte bei Kunstgelenken und Narkose können immer mehr Menschen von diesen Eingriffen profitieren und auch noch im Alter mobil bleiben. „Doch wir müssen gleichzeitig auch eine differenzierte Indikation stellen. Denn nicht jeder ältere, aber auch nicht jeder junge Mensch bringt für einen solchen Eingriff alle Voraussetzungen mit. Die individuelle wie auch die gesamtgesundheitliche Situation des Patienten ist für eine Entscheidung zur Operation unbedingt im Vorfeld abzuklären“, erklärt Heller.

Bei Erkrankungen und Verletzungen der Wirbelsäule mit Rückenschmerzen oder Bandscheibenvorfällen sehen die Kongresspräsidenten eine große Bedeutung in Behandlungsansätzen jenseits des Skalpells, also einer gezielten nicht operativen Therapie einschließlich der Rehabilitation. Andererseits gilt es, Patienten rechtzeitig zu identifizieren, die von einer Operation profitieren, und herauszufinden, welche Verfahren besonders geeignet sind.

In diesem Jahr findet der DKOU erstmals auf dem Messegelände Süd in Berlin und gemeinsam mit dem 12. Deutschen Kongress für Versorgungsforschung statt. In engem Austausch mit Vertretern der Politik und der Krankenkassen ziehen die Experten beider Veranstaltungen Bilanz, in welchen Bereichen Unter-, Über- und Fehlversorgung in Deutschland stattfindet. Hierbei stellen die Fachärzte neueste Ergebnisse aus dem Endoprothesenregister Deutschland, EndoCert und dem TraumaNetzwerk DGU® vor.

 

Die drei Kongresspräsidenten auf der Eröffnungspressekonferenz, v.l.: Karl-Dieter Heller, Reinhard Hoffmann, Bernd Kladny (Bild: Biermann Medizin).