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BGW rät: Rechtzeitig vorbeugen

Rückenprobleme im Beruf kommen schleichend

20.11.2013
Bei der BGW eingegangene Meldungen des Verdachts auf eine Berufskrankheit in 2012. (Grafik: BGW)

Haut- und Wirbelsäulenerkrankungen gehören zu den häufigsten Leiden in Gesundheits-, Pflege- und Sozialberufen. Ein Altersvergleich zeigt: Anders als Hautprobleme treten Wirbelsäulenerkrankungen oft erst nach vielen Berufsjahren auf.

Trotz des relativ späten Auftretens der meisten Rückenerkrankungen ist es wichtig, im Berufsleben von Anfang an auch auf den Rücken zu achten, informiert die Berufsgenossenschaft für Gesundheitsdienst und Wohlfahrtspflege (BGW). Von den Verdachtsanzeigen auf eine Berufskrankheit, die die BGW im vergangenen Jahr von unter 25-Jährigen erhielt, betrafen weit über 80 Prozent die Haut und nur drei Prozent die Wirbelsäule. Mit steigendem Alter verschieben sich die Verhältnisse: In der Altersgruppe 45 bis 54 Jahre etwa machten Wirbelsäulenerkrankungen rund 30 Prozent der Meldungen aus, der Anteil der Hauterkrankungen lag dort bei knapp 50 Prozent. Versichert sind bei der BGW über sieben Millionen Berufstätige und Ehrenamtler aus nicht staatlichen Einrichtungen im Gesundheitsdienst und in der Wohlfahrtspflege.

Rechtzeitig vorbeugen
"Der Muskel-Skelett-Apparat reagiert oft zunächst unterschwellig auf negative Einflüsse", erklärt Jutta Lamers, Präventionsleiterin der BGW. Fehlbelastungen des Rückens beispielsweise können sich über Jahre oder Jahrzehnte summieren, bevor die Schmerzen massiv werden oder ein Rückenleiden auftritt. "So lange sollte man nicht warten", warnt Lamers. Ganz im Gegenteil: "Am besten lässt sich Rückenproblemen vorbeugen, indem man von Anfang an möglichst rückengerecht arbeitet."

Wie das konkret aussieht, hängt vom jeweiligen Tätigkeitsfeld ab. "Wichtig ist grundsätzlich, dass die baulichen, technischen und organisatorischen Möglichkeiten genutzt werden", so die Präventionsexpertin. "In der Pflege beispielsweise gehören dazu unter anderem ausreichend Platz, barrierefreie und ergonomisch gestaltete Arbeitsplätze, geeignete Hilfsmittel und das regelmäßige Vermitteln von Know-how zum Thema." Dafür zu sorgen, ist Aufgabe der Arbeitgeber und Vorgesetzten. Allen Beschäftigten rät Lamers, rückengerechte Arbeitstechniken und verfügbare Hilfsmittel konsequent einzusetzen.

Hilfe der Berufsgenossenschaft
Die BGW unterstützt ihre Mitgliedsbetriebe und Versicherten mit Informationen und Beratung beim Vorbeugen von Muskel-Skelett-Erkrankungen. Versicherten mit berufsbedingten Rückenbeschwerden bietet die Berufsgenossenschaft eine Rückensprechstunde und als spezielles Rehabilitationsangebot ein dreiwöchiges Rückenkolleg an. Weitere Informationen zum Themenfeld finden sich unter www.bgw-online.de, Suchstichwort "Gesunder Rücken".

Die Berufsgenossenschaft für Gesundheitsdienst und Wohlfahrtspflege (BGW) ist die gesetzliche Unfallversicherung für nicht staatliche Einrichtungen im Gesundheitsdienst und in der Wohlfahrtspflege. Sie ist für über sieben Millionen Versicherte in mehr als 600.000 Unternehmen zuständig. Die BGW unterstützt ihre Mitgliedsbetriebe beim Arbeitsschutz und beim betrieblichen Gesundheitsschutz. Nach einem Arbeitsunfall oder Wegeunfall sowie bei einer Berufskrankheit gewährleistet sie optimale medizinische Behandlung sowie angemessene Entschädigung und sorgt dafür, dass ihre Versicherten wieder am beruflichen und gesellschaftlichen Leben teilhaben können.

 

Bei der BGW eingegangene Meldungen des Verdachts auf eine Berufskrankheit in 2012. (Grafik: BGW)