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Pulmonale Rundherde

​ Zielgenau in Randbereiche der Lunge vordringen

13.06.2017
Herkömmliche diagnostische Verfahren versagen bei der Feststellung pulmonaler Rundherde häufig (Symbolbild). Foto: © StockPhotoPro - fotolia.com

Mittels eines neuen innovativen Verfahrens, das auf elektromagnetischer Navigation basiert, können Lungenrundherde besser abgeklärt werden.

Die Ursachen von Lungenrundherden können unterschiedlich sein, von gutartigen oder bösartigen Tumoren über Metastasen bis hin zu Infektionen. Die Abklärung von brustwandnah liegenden Lungenrundherden stellt eine besondere Herausforderung dar. Herkömmliche diagnostische Verfahren versagen hier häufig. Die Klinik für Thoraxchirurgie des Universitätsklinikums Freiburg verfügt seit kurzem über eine innovative diagnostische Möglichkeit, die gute Ergebnisse in der Abklärung von unklaren Lungenrundherden erreicht. Die Navigationsbronchoskopie ist eine Technik, bei der eine elektromagnetische Navigation mit 3D-CT-Abbildungen in Echtzeit kombiniert wird.

Bei niedrigen Trefferquoten und häufig falsch negativen Befunden mussten sich Patienten bisher wiederholten Bronchoskopien oder operativen Eingriffen unterziehen. „Das Verfahren der elektromagnetischen Navigation ermöglicht bei inoperablen Patienten den bronchoskopischen Zugang zu peripheren Lungenbereichen“, sagt Prof. Bernward Passlick, Ärztlicher Direktor der Klinik für Thoraxchirurgie des Universitätsklinikums Freiburg.  

Für das neue Verfahren werden im Vorfeld von einer normalen Bronchoskopie die CT-Daten des Patienten zur Planung der Untersuchung und zu deren Simulation verwendet. Dabei wird der Zielpunkt in der Lunge markiert. Der Patient liegt dann während der Untersuchung in einem elektromagnetischen Feld. Über das Bronchoskop wird eine spezielle Sonde eingeführt, deren Spitze während der gesamten Untersuchung „live“ im elektromagnetischen Feld lokalisiert werden kann. Das System führt so den Untersucher und das Bronchoskop ähnlich einer GPS-Navigation zu den vorher festgelegten Zielpunkten. Dabei erhält der Untersucher eine laufende dreidimensionale Lokalisationsdarstellung und eine Entfernungsangabe zum Ziel, aus dem dann Gewebe zur Diagnostik entnommen werden kann.

Auch die Markierung von kleinen Befunden ist möglich, so dass diese bei einer nachfolgenden Operation leichter gefunden und entfernt werden können. „Zukünftig wird es mithilfe der elektromagnetischen Navigation aber auch möglich sein, kleine bösartige Lungenherde mit Wasserdampf oder Mikrowellen zu behandeln und damit dem Patienten eine Operation zu ersparen“, so Passlick. In der Sektion „Diagnostische und interventionelle Bronchologie“ der Klinik für Thoraxchirurgie hat diese diagnostische Möglichkeit aufgrund geringer Komplikationsraten bei sehr guten Ergebnissen zwischenzeitlich ihren festen Einzug in die Abklärung von unklaren Lungenrundherden gefunden.

 

Herkömmliche diagnostische Verfahren versagen bei der Feststellung pulmonaler Rundherde häufig (Symbolbild). Foto: © StockPhotoPro - fotolia.com