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Nach Brexit

Bewerbung soll EMA nach Bonn holen

10.08.2017
Bonn: Früher BRD-Hauptstadt, bald EMA-Sitz? Foto: © travelview - Fotolia.com

Ein Umzug der Europäischen Arzneimittelagentur (EMA) von London nach Bonn würde den regionalen Arbeitsmarkt ebenso wie den Wissenschafts- und Wirtschaftsstandort stärken. Das haben Bundes- und Landespolitiker am 7. August in Düsseldorf bei der Vorstellung der Bonner Bewerbung unterstrichen.

Allerdings ringen insgesamt 19 EU-Staaten um die lukrative Chance, die EMA und ihre 900 Mitarbeiter wegen des Brexits in ihr Land zu holen. „36.000 Experten pro Jahr suchen die Behörde auf“, sagte Bundesgesundheitsminister Hermann Gröhe (CDU). Neben den Vorteilen für das Forschungsnetz hätten auch Hotels, Gast- und Freizeitstätten Wachstumsimpulse zu erwarten.

Clement: „Bonn ist routiniert in Umzügen“

Der frühere nordrhein-westfälische Ministerpräsident und ehemalige Bundeswirtschaftsminister Wolfgang Clement (2002–2005) wirbt in Gröhes Auftrag ehrenamtlich als Sonder­beauftragter für seine langjährige Wahlheimat Bonn. „Die Kriterien der Europäischen Kommission für den EMA-Standort kann kaum eine Stadt besser erfüllen“, sagte der 77-Jährige. „Bonn ist wirklich routiniert in Umzügen. Ich kenne keine Umstrukturierung, die weltweit so perfekt gelungen ist wie der Regierungsumzug von Bonn nach Berlin.“ Die Gesundheitswirtschaft sei eines der wichtigsten Wachstumsfelder für Deutschland mit Top-Jobs.

Die zulassungsbehördliche, EU-weite Aufsicht über Arzneien für Mensch und Tier sei eine hoch sensible Aufgabe, die im Interesse der Patientensicherheit am neuen Standort nahtlos fortgeführt werden müsse, unterstrich Gröhe. Bonn habe alle Voraussetzungen. Land und Bund wollen zehn Jahre lang Anschubhilfe leisten. (dpa/ms)
 

Bonn: Früher BRD-Hauptstadt, bald EMA-Sitz? Foto: © travelview - Fotolia.com