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Appell der Patientenvertreter

BPS: Gut informierte Patienten wollen PREFERE-Erfolg

31.03.2015
Enders
Paul Enders: "Engagieren Sie sich im Interesse jetziger und kommender Patienten für diese Studie!“ Foto: Schmitz

Anlässlich der aktuellen Diskussion um die PREFERE-Studie zur Behandlung des Niedrigrisiko-Prostatakarzinoms appelliert der Bundesverband Prostatakrebs Selbsthilfe (BPS) an Ärzte und Patienten, die Studie zu unterstützen.

Mit Sorge verfolgt der BPS eine zu geringe Beteiligung an der bisher größten Prostatakrebs-Studie in Deutschland, der PREFERE-Studie. Aktuelles medizinisches Wissen und das Gebot ärztlicher Ethik „Nihil nocere (lat. Nicht schaden)“ kann nach BPS-Auffassung keine andere Schlussfolgerung gut heißen als die Beteiligung an dieser Studie. „Wir appellieren an alle Ärzte: Informieren Sie Ihre Patienten umfassend über die Vorteile einer Teilnahme an der PREFERE-Studie. Engagieren Sie sich im Interesse jetziger und kommender Patienten für diese Studie!“, sagte der stellvertretende BPS-Vorsitzende Paul Enders in Bonn.

In einem Streitgespräch in der Frankfurter Allgemeinen Zeitung (FAZ) und in Spiegel Online kritisierten die Förderer der PREFERE-Studie zu zögerliches Engagement der Ärzte und zu geringe Patientenbeteiligung. Diese Bedenken teilt der BPS und begrüßt die öffentliche Diskussion. „Wir befürchten aber auch, dass daraus eine Verunsicherung der Patienten entstehen könnte. Deshalb wäre es wenig verantwortungsvoll, wenn nicht klarer Wille zur Aufklärung der Patienten und entschiedene Beteiligung der Ärzte an der Studie jetzt deutlich und zählbar würden“, so Enders weiter.

Zacharias: Nicht zu informieren, ist übergriffig

„Ärzte sollten Wissen nicht reklamieren, das sie in Wirklichkeit für die Behandlung des Prostatakrebses mit niedrigem Risiko nicht besitzen“, kommentierte der gesundheitspolitische Sprecher des BPS, Jens-Peter Zacharias. Er fügte hinzu: „Ärzte, die nicht über diese Studie informieren, entscheiden bereits über die Nichtteilnahme der Patienten. Das ist übergriffig, denn Patienten sollten ihre Entscheidungen zur Teilnahme selber treffen können."  Paul Enders und Jens Peter Zacharias appellieren an Patienten, ihre Ärzte auf die PREFERE-Studie anzusprechen und erst dann eine Therapieentscheidung zu treffen, nachdem sie von ihnen über die Vorteile einer Beteiligung informiert wurden.

Der BPS will den Erfolg der PREFERE-Studie nach eigener Aussage, damit objektive, reproduzierbare Behandlungssicherheit von persönlichen Vorlieben geprägte Therapieempfehlungen ablösen. Für die Erreichung dieses Ziels möchte der BPS in den kommenden Wochen noch intensiver mit Ärzten kommunizieren.

(BPS/ms)
 

Paul Enders: "Engagieren Sie sich im Interesse jetziger und kommender Patienten für diese Studie!“ Foto: Schmitz